Kostensteigerungen werden über neue Umlagen weitergegeben

Seit dem 23.06.2022 ist die „Alarmstufe“ (Stufe 2) aus dem „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ ausgerufen. Mittlerweile wurde das Energiesicherungsgesetz (EnSiG) um den §26 ergänzt. Die enormen Kostensteigerungen bei der Umstellung „weg von Russischem Gas“ und bei der notwendigen Befüllung der deutschen Gasspeicher werden so ab Oktober auf die Endverbraucher umgelegt. D.h. die derzeitigen Mehrkosten werden gleichmäßig auf alle Gas-Endkunden verteilt, ähnlich wie es im Strombereich in der Vergangenheit beim Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) gewesen ist. Künftig gibt es also bei jeder Kilowattstunde Gas Aufschläge. Die Einnahmen aus der neuen Umlage nach §26 Energiesicherungsgesetz (EnSiG) und der Speicherumlage nach §35e EnWG fließen dann in Pools bei dem Marktgebietsverantwortlichen THE (Trading Hub Europe), aus dem die Mehrkosten, vor allem bei Gasimporteuren und Speicherbetreibern, gedeckt werden. Die Auszahlungen sollen von der Höhe her ausreichen, um Insolvenzen zu verhindern,

heißt es aus dem Wirtschaftsministerium.

Um Gas einzusparen wurden bereits zahlreiche alte, bereits stillgelegte fossile Kraftwerke (z.B. Kohle) oder Kraftwerke, die lediglich als Reserve dienten, nun wieder, im Ersatz für Gaskraftwerke, zur Stromerzeugung eingesetzt. Dies hat die Bundesregierung im geänderten Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz (EKBG) geregelt.

Um die Kosten, die durch diese Umstellung von Gas- zurück auf andere fossile Kraftwerke entstehen, finanzieren zu können, soll ebenfalls eine neue Umlage beim Strom voraussichtlich zum 01.01.2023 eingeführt werden.

Fest steht aber, Verbraucher müssen sich, nicht zuletzt auch aufgrund der sehr stark gestiegenen Beschaffungskosten an den Strom- und Gasbörsen, langfristig auf ein zwei- bis dreifach erhöhtes Preisniveau für Gas und Strom einstellen.

Unterm Strich bleibt in der ganzen Angelegenheit nur festzustellen, dass der massive, beschleunigte Ausbau Erneuerbarer Energien der einzige Weg aus der derzeitigen Energiekrise, aus der Klimakrise und auch aus der Energieabhängigkeit Deutschlands ist !  Deshalb wäre aus unserer Sicht ein Notfallplan für den Ausbau Erneuerbarer Energien besser und wichtiger als ein Notfallplan Gas.

Ansprechpartner im Vertrieb der VBB: Christoph Schultz, Frank Kardel, Timo Büschel, Anja Reymann

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